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Als wir ankamen, regnete es. Es war kalt und grau und wir trugen warme Jacken. So beginnen in diesem Frühling die meisten Rückblicke auf ein Wochenende. Nicht so bei der BCP H2-Truppe, die sich am Freitag Abend zu einem Weekend voller Überraschungen aufmachte. Schon nach der Fahrt durch den Gotthardtunnel zeigten sich die ersten Abendsonnenstrahlen. Und so ahnt der gewiefte Leser, dass das Ziel im Tessin liegen könnte, genauer in Ascona.
 
Ein kurzer Halt, um das Gepäck im Hotel zu deponieren genügte und schon machten sich zwölf hungrige Mäuler auf zum Grotto Baldoria, wo wir erwartet wurden. Kaum hatten wir Platz genommen, standen gleich der Salami und der Vino da Tavola vor uns. Es folgte eine kulinarische Salve von Tessiner Spezialitäten mit Salato, Pasto, Polento, Formaggio, Torto et naturalmento Grappo!  Das einzig unpassende war ein Claudio, der uns dauernd mit der Zeitansage nervte. Die wunderschöne Seesicht liess sich danach an der Seebar geniessen


 
Am Samstagmorgen wurden wir äusserst fröhlich von Michel mit einem Kaffee am Bett zum Aufstehen ermuntert. Gestärkt vom feinen Frühstück machten wir uns auf zum Frühsport. Organisator 2m-Christoph hatte Fahrräder für alle reserviert und führte uns durch die schönen Gassen von Ascona, gut gesichert durch Notarzt Sandro (Apothekenträger) und Besenvelo Sodi (Warnwimpelhalter). Der vermeintlich leichte Veloausflug entpuppte sich aber als Hardcore-Konditionstraining, waren doch zuerst mehr als 400 Höhenmeter über den Monte Verità zu überwinden. Während Poolmeister Toni und Apérospender Gandi die Steigung dank E-Bikes vergleichsweise locker überwanden, liefen bei allen anderen doch schon die Schweisstropfen den sonnenbescheinten Rücken herab. Die wunderschönen Dörfer Arcegno und Intragna besichtigten wir auf der Durchfahrt, wobei bei letzterem endlich ein kurzer Halt bei Wasser und hausgemachter Pasta gemacht wurde. Die Abfahrt zur Malezza Richtung Maggia-Flussdelta konnten wir weiter bei strahlendem Sonnenschein geniessen.






 
Zurück in Ascona ging es ohne Velos weiter mit dem Schiff nach Locarno. Dort erwartete uns Chauffeur Rolli mit dem Gepäck. Mit Rucksäcken und Wanderschuhen ging es zunächst mit Funicolare und Luftseilbahn hoch zur Cimetta. Die Aussichtsplatform eröffnete einen atemberaubenden Blick auf den Lago Maggiore und die umliegenden Täler. Auf der Höhe der Cimetta blies dann doch eine kühle Bise, so dass wir uns bald auf eine kleine Wanderung zur Alp Cardada aufmachten. Das Ziel des Samstags für das Abendessen und die Übernachtung war die Berghütte Lo Stallone auf 1500 MüM. Eine wunderschöne Hütte, die nur zu Fuss erreichbar ist. Bei einer herrlichen Tessiner Zvieri-Platte wollten wir den gemütlichen Nachmittag entsprechend ausklingen lassen. Doch Volleyballcaptain Reto rief zum Spiel der Giganten auf. Was ursprünglich ein kurzer Test vom Basket- zum Volleyball sein sollte, entwickelte sich zu einem einstündigen erbitterten Match, bei dem sich Reto’s Team zuletzt den Aufschlägen von Marci beugen musste. Auch Joker Beat war froh, dass er nach dem dauernden Ball-aus-dem-Tal-apportieren eine Pause einlegen durfte.




 
Nach dem Bezug des Bettenlagers trafen wir uns in der gemütlichen Gaststube zum Abendessen. Die Stallone-Köchin bereitete uns erst ein wunderbares Vorspeisenbuffet zu, gefolgt von einer hervorragenden Auswahl an Tessiner Spezialitäten mit einer Polenta, die noch wirklich auf dem offenen Feuer gekocht worden ist. Die feinen süssen Desserts wurden mit einem rassigen Grappa abgerundet. Hätte da nicht ein Gruppe Zürcher im Nebenraum den gemütlichen Abend gestört, dann hätten wir wohl den Bayernsieg in der Championsleague unbeachtet gelassen. Wie auch immer – denn lustigen Abschluss machte das Meierspiel nach Marcis Regeln, wo alle irgendwie gewannen (zumindest an Erfahrung).
 
Strahlender Sonnenschein weckte uns am Sonntagmorgen – oder war es Michels pfeifen? Nach einer kalten Dusche und gemütlichem Morgenessen ging es auf zu weiteren Taten. Eine gemütliche Wanderung zur Gondel liess danach die Frage entstehen: runter laufen oder fahren? Die meisten entschieden sich, die Zeit noch etwas bei der lokalen Bevölkerung verstreichen zu lassen. Nur Dan und Sandro überwanden den steilen Abstieg um 1000 Meter zu Fuss. Muskelkater wird die beiden noch länger an die zweistündige Wanderung über viele Treppen erinnern.
 
Zurück in Locarno schlenderten wir bei herrlich warmen Wetter zum Lido, wo uns das Highlight zum Abschluss erwartete: das Katjaboot mit Kapitän Roberto. Der Kapitän war froh, die öden Touristen am Strand hinter sich zu lassen und mit ein paar fröhlichen BCPlern in See zu stechen. Die schwimmende Bar mit Aussicht ist schwer zu beschreiben, das muss man persönlich erleben. Matrose Tom stellte sicher, dass wir bei einem gemütlichen Glas Wein oder Bier, Brot und Käse eine wunderschöne zweistündige Rundfahrt über den Lago Maggiore erlebten. Wir genossen noch mal die warmen Sonnenstrahlen in der Hoffnung, soviel wie möglich speichern zu können, bevor es auf die Rückfahrt in den kalten Norden ging.




 
Jedes noch so schöne Weekend neigt sich irgendwann dem Ende zu. Ein herzliches Dankeschön an Christoph, der ein paar ausserordentlich abwechslungsreiche Tage organisiert hatte, bei dem auch der Wettergott ein einsehen hatte.
 
Und so geht der Bericht zu Ende, wie er angefangen hatte: Als wir in Pratteln ankamen, regnete es. Es war kalt und grau und wir trugen warme Jacken ….
 
27.05.2013 dh





Veröffentlicht am:
14:59:19 27.05.2013

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