Sodi's Bike Weekend

gepostet von beatom um 21:06:55 07.09.2017

Die Ausgabe 2017 des Herren 3-Weekends fand unter dem Motto „Sodi’s Bike Weekend“ statt. Der Hintergrund war Sodi’s 50. Geburtstag letztes Jahr, für das jetzt nun das Geschenk einzulösen galt. 

Das Motto „Sodi’s Bike Weekend“ war im Vorfeld deshalb bereits Anlass zu wilden Spekulationen des Beschenkten, der sich wirklich auf einen Ausflug mit einem grossen Motorrad freute, sich aber schon Gedanken dazu machte, was jene Herren machen würden, die nicht im Besitz einer entsprechenden Fahrerlaubnis sind. Da aber mit Dan, Lino, Sandro und Beat doch noch 4 weitere „Biker“ im Team sind entschloss er sich zu glauben, dass wir das mit Sozius und eventuell Seitenwagen oder Trikes oder so lösen würden. Gelegentliche Versuche nach dem Training im Park oder im Höfli, mit denen er die anwesenden Herren aushorchen wollte, verpufften aber alle ohne Erfolg.

Am Samstag Morgen trafen sich die Herren 3-Mitglieder - ohne Sodi - um 10.30 Uhr im Restaurant Park, um mit Sack und Pack auf dessen Ankunft zu warten. Standesgemäss wurde er auch von zu Hause mit dem Motorrad von Marci’s Bruder René abgeholt und nach Pratteln chauffiert.

Bei seiner Ankunft war dann aber das Staunen von Sodi doch eher gross, als er den Rest der Herren gemütlich beim Kaffee sah.

Nach einem anfänglichen Kommentar „Ich ha no meh Töff bi mir dehai erwartet, drum han ich nid grad wöllä mitfahrä“ kam dann aber doch die Einsicht, dass „ich mir jo hät chönnä dänkä, dass dir in dr Beiz sitzet“.

Sei es wie es will, bei angenehmen 18,6 Grad waren die meisten der Ansicht, dass wir für die Fahrt mit einem Bus nicht wirklich Motorradbekleidung brauchen (man nennt das wohl „overdressed“) – ausser Sodi, der ja etwas überrascht wurde 

Mit einem VIP-Shuttle ging es dann gut gelaunt in Richtung Murtensee, was bis zu diesem Zeitpunkt aber nur alle ausser Sodi wussten. Trotzdem war die Stimmung bei der Abfahrt ausgezeichnet. 

Unterwegs trafen wir dann noch auf das eine oder andere Motorrad, was Sodi dazu bewegte, sein Innenleben nach aussen zu kehren: „Und ich hock mit denä Klamottä do im Bus“  

Nach einer kurzen Stärkung und einer ebenso dringenden Erleichterung ging es weiter zum ersten Highlight des Weekends – dem Bahnhof Sugiez. Na ja, nicht der Bahnhof selber war das Highlight, aber was da auf uns wartete.

12 PS-starke Boliden betreut von einem umtriebigen Mechaniker in Blau, der sich intensiv um das Material kümmerte. Erst nach ein paar Augenblicken wurde der Mechaniker entlarvt – es war Roman, unser Basketball-Export in die Romandie. Somit war die Gruppe vollständig und konnte sich laut hupend und mit viel Enthusiasmus auf die Strecke um den Murtensee wagen. Sodi am Bildli-Navi übernahm (unfreiwillig) die Rolle des Anführers. Und als hätten wir gewusst, dass er uns schon kurz danach in die Pampa navigierte, durfte er sich vor der Abfahrt auch noch als Lernfahrer kennzeichnen. Es sollte ja jeder wissen, wer hier der Chef ist.

In der Folge rasten 12 junggebliebene Herren 3-Spieler über die Landstrasse und machten nicht nur mit der Akustik, sondern auch mit gewagten Outfits auf sich aufmerksam. Spätestens beim Kuchen-Halt in Murten, wo wir unsere Boliden mitten in der Altstadt parkierten, konnten wir mit Freude feststellen, dass sich unsere hervorragende Laune auch auf die „Gaffer“ in Murten übertrug. Das eine oder andere Bild von unseren Maschinen und uns dürfte einige Menschen wirklich glücklich gemacht haben.

Nach der Stärkung in der Confiserie Züger in Murten mit der lokalen Spezialität – einem Nidelkuchen – ging die rasante Fahrt durch Dörfer und über Felder weiter. Vorbei an winkenden Menschen, staunenden Autofahrern und gaffenden Kühen bahnten wir uns den Weg durch die herrliche Landschaft.

Da wir uns dabei auch richtig anstrengen mussten war bei den hohen Temperaturen (mittlerweile waren wir bei 23 Grad angekommen) ein ausserplanmässiger Halt in der Nähe vom Vallamand nötig. Zufälligerweise war dort eben gerade ein Boule-Turnier am Laufen. Und ebenso zufällig kannte Tom einer der Spieler. Und so kam es, dass wir uns etwas Trinkbares gönnten und den einen oder anderen Wurf beklatschen konnten. Frisch gestärkt gings dann an den harten Teil der Tour – den Aufstieg zum Mont Vully – ein Pass der Kategorie „Hors Catégorie“ bei jedem Radrennen. Hier zeigte sich, dass Geschwindigkeit den Berg hinauf sehr wohl mit Steigung und Gewicht der Fahrer korrespondierte. Der eine oder andere Versuch, mit Treten zu unterstützen konnte bei diversen Herren ausgemacht werden. Oben angekommen wurden wir mit einer herrlichen Aussicht über den Murtensee belohnt.

Nach einer rasanten Talfahrt, bei der immer mal wieder der Ständer oder der Auspuff unserer Töffli den Asphalt berührten mussten wir dann schweren Herzens unsere Spielzeuge wieder zurückgeben. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht nahmen wir Abschied. Um den Trennungsschmerz nicht allzu gross werden zu lassen, konnten wir gleich über der Strasse bei Bahnhof bei einer Produktionsbesichtigung und Produkteverköstigung in der Brasserie Haldemann in Bas-Vully Trost finden. Da es sich ja aber auch um ein sportliches Wochenende handelt, kam dieser Teil nun auch wieder zum Zug.

Nach einigen Schlucken des ober- oder untergärigem Gerstensafts im Angebot war es langsam Zeit geworden, uns in Richtung Nachtessen und Schlaf in Bewegung zu setzen. Nach einer kurzen Fahrt über Düdingen landeten wir schliesslich auf dem Hof Ottisberg von Jürg und Karin Zimmermann. Karin erwartete uns schon zu einem Apéro und machte uns rasch mit unserer neuen Umgebung für den Abend und die Nacht vertraut. Das Motto für den Abend lautete zuerst „Fleisch von Grill“ und danach dann „Schlafen im Stroh“.

Nachdem jeder sein Plätzchen zum Schlafen gefunden und eingerichtet hatte wurde der Grill angeworfen und schon bald duftete es nach Fleisch und das Büffet war angerichtet.

So liessen wir nach dem Essen und dem Dessert den Abend mit Spielen und anderen Dingen ausklingen. Von Zeit zu Zeit verschwand einer mehr im Stroh und bis zum Morgengrauen hatte sich Stille über den Hof gelegt.

Am nächsten Morgen begrüsste uns wieder die Sonne und der Eine oder Andere machte einen kleinen Spaziergang zum Schiffenensee, der nur unweit vom Hof liegt. Gestärkt durch ein Bauernfrühstück und viel Kaffee übten wir noch kurz, ob wir das mit dem Trick, wie man Ziegen rasch in den Stall bekommt, wirklich verstanden hatten. Klappte super!!

Gleich im Anschluss ans Frühstück und noch vor der Abfahrt kam die erste sportliche Aktivität zum Zug: KUBB! Unter Einsatz aller verfügbaren Energien und unter den kritischen Augen des fachkundigen Publikums kämpften 2 Teams um den Ottisberg-Cup. Der irregulär hohe Rasen und die ungünstige Sonneneinstrahlung gepaart mit der Mondstellung verhinderte den Sieg des Teams Sodi, welches aber mit viel Elan bei der Sache war.

Nachdem alles eingepackt und aufgeräumt war verliessen wir den Hof und machten uns auf in Richtung Laupen. Dort erwartete uns die nächste sportliche Aufgabe – ein Schienenvelo. Somit war Muskelkraft und Einsatz gefragt, denn keiner wusste zu diesem Zeitpunkt, dass wir uns später einer noch viel grösseren Herausforderung stellen mussten – PLATZGEN!!

In mehr oder weniger gemütlichem Tempo machten wir uns verteilt auf 3 Velos mit je 4 Personen auf die Strecke. 3 Bahnübergänge ohne Vortritt und mit Autoverkehr sowie eine Schlusssteigung hinauf nach Witteberg warteten auf uns. Mit einem Zeitfenster von maximal 30 Minuten – dann kommt der Gegenverkehr! – und mit der Auflage nicht zu überholen wurden wir losgeschickt. Schnell zeigte sich, dass das gnadenlose Sommertraining auf individueller Basis alle soweit fit gemacht hatte, dass wir problemlos das Ziel erreichten. Nach dem Drehen des Schienenvelos konnten wir uns eine kleine Pause gönnen, bevor uns unter fachkundiger Anleitung eines Wettkampfspielers einem für uns neuen Sport – Platzgen – widmen konnten.

Da wir noch blutige Anfänger waren haben wir nur aus einer Distanz von 10 Metern geplatzget und es zeigte sich, das Basketball ein guter Grundsport für Platzgen ist. Im kleinen Wettkampf, den wir ausspielten, kamen Werte bis zu 100 Punkten (am Schwirren dran!) vor, der Sieger Christoph (2Meter) kam im Schnitt von 5 Würfen 73,8 Punkte!! Die besten in der Sportart machen das auf 17 Meter mit einem Schnitt von über 95 Punkten. Platzgen ist ein toller Sport, ideal für Herren unseres Alters.

Nach getaner Arbeit konnten wir uns dann stärken und den verlorenen Schweiss durch genügend Flüssigkeit ersetzen, bevor wir uns dann mit den Schienenvelos wieder auf den Weg nach Laupen machten. Der Nachteil der Schlusssteigung auf dem Hinweg war der Vorteil auf dem Rückweg – mit viel Schwung ging es los. Erst auf der zweiten Streckenhälfte merkten wir, dass der letzte Teil immer ständig fies nach oben ging – etwas, was wir auf dem Hinweg nicht bemerkt hatten.

Wieder im Bus ging es zum nächsten und abschliessenden Highlight des Wochenendes – einem Besuch bei Helen und Housi in Düdingen. Im angenehmer Atmosphäre und bei Essen und Getränken genossen wir den Abschluss eines ereignisreichen Sonntags. Dass übrigens ausgerechnet bei diesem Weekend mit Michel Barelli der eigene Sohn nicht dabei war schien Helen aber nicht wirklich zu stören ...

Gut gelaunt und frisch verpflegt ging es so auf die letzte Etappe – den Weg nach Pratteln. Trotz etwas mehr Verkehr und somit gelegentlichen kurzen Staus kamen wir so gegen 19.30 Uhr gesund und munter wieder in Pratteln an. Es war das Ende eines weiteren tollen Herren 3-Weekends.

Unser Dank geht an die 3 Herren vom OK, 2m-Christoph, Marci und Tom, sowie an die Fahrer Dan, Sandro, Reto und Lino – die für den sicheren Transport der wertvollen Ware auf das eine oder andere Getränk verzichten mussten. Jungs – es war einfach nur Super!!


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